Über uns

Mit welcher Einstellung gehen wir an den Hörer?


Wir sind ein Zuhörtelefon, das heißt, dass wir ein offenes Ohr für alle deine Anliegen haben – mögen sie dir groß oder klein erscheinen. Wenn du bereit bist, nach passenden Lösungen für dich zu suchen, so unterstützen wir dich gern dabei.




Wir sind:


- Freiwillig

Du musst uns nichts erzählen, was du uns nicht erzählen willst.

Wir arbeiten ehrenamtlich für die Nightline.


- Vertraulich

Was du mit uns besprichst, bleibt innerhalb der Nightline.

Du darfst so viel über dich preisgeben, wie es sich für dich gut anfühlt.


- Anonym

Wir wissen nicht, wer du bist und du weißt auch nicht, wer wir sind.

So stellen wir eine geschützte und wertfreie Atmosphäre her.


- Wertfrei

Wir bewerten dich nicht und stehen dir bei, in welcher Situation du auch grade sein magst.

Wir nehmen dich ernst, bei kleinen und bei großen Problemen.


- Non-Direktiv

Du darfst entscheiden, worüber du mit uns reden möchtest.

Wir bieten dir den Raum dafür.


- Nicht beratend

Du darfst deine eigenen Entscheidungen treffen.

Wir versuchen, dich auf dem Weg zur Entscheidungsfindung zu unterstützen.



Wir haben aber auch einige Grenzen:


Zusätzlich zu den oben genannten Prinzipien haben wir noch einige Grenzen:

Wir besprechen keine sexuellen Praktiken im Detail, tolerieren keine Beleidigungen oder Aggressionen gegen uns, gehen nicht auf Bitten ein, etwas Bestimmtes zu sagen und lassen keine Schuldgefühle in uns hervorbringen.


Außerdem kommen natürlich noch die persönlichen Grenzen des:der einzelnen Telefonist:in hinzu. Sollten diese Grenzen nicht respektiert werden, behalten wir uns vor, aufzulegen.

Und woher kommen wir?



Die Idee der Nightline wurde im Mai 1970 ins Leben gerufen, als Prof. Geoffrey Hosking und Pfarrer Malcolm France auf das hohe Maß an Stress und Angst unter den Studierenden der Universität von Essex aufmerksam wurden. Sie waren der Meinung, dass diese Probleme dadurch verschlimmert wurden, dass die Studierenden niemanden hatten, mit dem sie reden konnten. Gemeinsam bildeten sie eine Gruppe von Studierenden aus, die ihren Kommiliton:innen per Telefon emotionale Unterstützung bieten sollten. Die allererste Nightline-Schicht fand am 7. Mai 1970 in einer stillgelegten Hütte am Rande des Universitätsgeländes statt.


In den folgenden Jahren wurden landesweit zahlreiche Nightlines eingerichtet. Im Jahr 2006 wurde die 'Nightline Association' gegründet, eine gemeinnützige Organisation, die die Aufgabe hat, die zentrale Unterstützung der Nightlines zu übernehmen und die Zusammenarbeit zwischen ihnen zu ermöglichen.


Die erste Nightline in Deutschland wurde 1994 in Heidelberg gegründet, dort ist auch das deutsche Pendant zur Nightline Association anzutreffen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Nightlines in Deutschland und ganz Europa.


Die Nightline Leipzig wurde 2011 von einem Studenten der Medizin gegründet und hat seit jeher ein offenes Ohr für die Studierenden, mittlerweile auch per Chat.


Wie wir dir im Gespräch begegnen


Viele Grundlagen der Gesprächsführung bei uns entstammen den Ideen von Carl Rogers (1902-1978).

Er hatte ein humanistisches Menschenbild, nachdem alle Menschen nach Wachstum und Selbstentfaltung streben.

Für ihn entstanden Probleme durch Konflikt zwischen gesellschaftlich entwickelten Selbstkonzepten und persönlichen Bedürfnissen. Das Ziel ist für ihn also eine Verringerung dieser Inkongruenz.


Seine Ideen hat er für Psychotherapien verwendet und damit große Erfolge erzielt. Da wir selbst keine Therapien anbieten, haben wir seine Grundsätze für unsere Zwecke angepasst. Beispielsweise ist Non-Direktivität ein wichtiger Bestandteil der Klientenzentrierten Psychotherapie nach C. Rogers. Für uns bedeutet das, dass wir dich so viel eher als Mensch wahrnehmen, anstatt dich in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen. Alle Telefonist:innen sind Studierende, die sich ehrenamtlich in der Nightline engagieren. Alle neuen Nightliner:innen lernen in einer Schulung (siehe dazu 'Mitmachen' oben in der Navigation) die Grundlagen des aktiven Zuhörens und der non-direktiven Gesprächsführung. Wir geben unser Bestes und freuen uns immer, wenn wir helfen können!