Campus-Debatte Leipzig 2019

Der Streitpunkt Leipzig hat vom 22. bis zum 24.11.2019 die erste Campusdebatte der Saison 19/20 im Format des British Parliamentary Style (BPS – Regeln hier) ausgerichtet. Dabei handelt es sich um eines der größten deutschsprachigen Debattierturniere und wurde von ungefähr 100 Studierenden besucht. Die Hauptsponsoren der Campus-Debatten sind die Zeit Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die Karl-Schlecht Stiftung gefördert.

Das Turnier unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Jung begann am Freitag, dem 22.11. mit der ersten Vorrunde. Dabei debattierten die anwesenden Teams aus ganz Deutschland nach festen Regeln und wurden dabei von studentischen Jurys bewertet. Auch am Samstag drehte sich alles um die Debatten zwischen den einzelnen Teams. Hier möchten wir uns bereits bei den Chefjurierenden Jakobus Jaspersen, Jonathan Scholbach und Madlen Stottmeyer bedanken, die viel Energie und Zeit in das Finden spannender und kontroverser Themen investiert haben.

Am Sonntag starteten wir morgens mit dem Halbfinale, in welchem die besten acht Teams gegeneinander antraten. Um diese zu bestimmen, konnten wir uns ganz auf unser Tabteam (Wahrt den Überblick über die Teams und ihre Leistungen) aus Alexander Postl und Rebecca Hainich verlassen. Nach dem Halbfinale begann wir nach dem Gruppenfoto und einer kurzen Pause um 14:00 Uhr zum offiziellen Finale im Paulinum der Universität Leipzig. Eingerahmt wurde die für alle Interessierten offene Veranstaltung vom Universitätsorganisten Daniel Beilschmidt.

Zum Finale konnten wir die Ehrenjury bestehend aus Prof. Dr. Johanna Wanka, Bildungsministerin a.D., Ulrich Hörning, Bürgermeister von Leipzig für allgemeine Verwaltung, Prof. Dr. Birgit Dräger, der Kanzlerin der Universität sowie Gotthard Weidel, in der Wendezeit Pfarrer der Friedenskirche Leipzig begrüßen. Sie vergab den Preis für die beste Rede, welcher an Jannika Schoon aus Hamburg ging. Eine studentische Jury aus den besten Jurierenden des Turniers zeichnete dann das beste Team. Der Preis ging in dieser Campusdebatte an das Team „Wir lassen uns nicht erpressen“ aus Anton Leicht (Münster) und Elâ Marie Akay (Berlin).

Wir gratulieren herzlich zu dieser hervorragenden Leistung!

Von Links nach Rechts: Pascal Schaefer, Prof. Dr. Brigit Dräger, Anton Leicht, Jannika Schon, Elâ Maria Akay, Gotthard Weidel © Leipziger Debattier- und Disputationsgesellschaft

Abschließend möchten wir noch bei allen unseren Sponsoren bedanken, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Zuallererst danken wir unseren Förderern der Zeit Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Karl-Schlecht Stiftung, dem VDCH (Verband der Debattierclubs an Hochschulen) und der DDG (Deutsche Debattiergesellschaft). Weiterhin wurden wir noch von unseren lokalen Förderern unterstützt. Dazu zählen die Leipziger Verkehrsbetriebe, die Kulturförderung des Studentenwerks Leipzig, der FSR BioPharm, der FSR Theologie, die Stadt Leipzig Referat Wissenspolitik, die Altenburger Brauerei, der FSR Medizin, die Leipziger Volksbank und Starbucks. Abschließend möchten wir uns noch bei unserem lokalen Partner Schloss Wackerbarth bedanken.

1. Vorrunde:

DH glaubt, Umweltgruppen sollten ausschließlich für ökologische Veränderungen auf politischer Ebene (z.B. CO2-Steuer) eintreten und nicht für ökologische Veränderungen auf individueller Ebene (z.B. Ökologischer Konsum).

2. Vorrunde

DHG, die Protestierenden in Hongkong sollten ihren Protest aufgeben.

Mit Zusatzinformationen:

Hongkong ist ein Teil Chinas, hat jedoch den Status einer Sonderverwaltungszone, womit gewisse Selbstverwaltungs- und Freiheitsrechte einhergehen. Nachdem im April in Hongkong ein Auslieferungsgesetz an China beschlossen werden sollte, kam es zu massiven Protesten in der Stadt. Das Gesetz wurde deshalb erst suspendiert und schließlich ganz zurückgezogen. Die Protestierenden entwickelten jedoch weitergehende Forderungen, zu denen ein allgemeines Wahlrecht, der Rücktritt der Regierungschefin von Hongkong, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und Amnestie für Protestierende gehören. Der Konflikt zwischen Protestierenden und Polizei eskalierte in den vergangenen Monaten zunehmend.

Im April diesen Jahres sollte in Hong Kong ein Gesetz beschlossen werden, welches Auslieferungen von Hong Kong an China möglich gemacht hätte. Daraufhin kam es zu massiven Protesten in Hong Kong, an welchen Hunderttausende teilnahmen. Das Gesetz wurde vorerst suspendiert, doch die Proteste hörten nicht auf und radikalisierten sich zunehmend. Protestierende stürmten das Parlament, besetzten Teile des Flughafens und wendeten Gewalt gegen Polizisten an. Die Polizei griff von Anfang an rigoros durch. Es gab Verhaftungen und Verletzte. Auch nachdem das Auslieferungsgesetz im September endgültig zurückgezogen wurde, setzten sich die Proteste fort. Zu den Forderungen der Protestierenden gehören mittlerweile ein allgemeines Wahlrecht, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und Amnestie für Protestierende.

3. Vorrunde

DHW es Fußballclubs der oberen Ligen vorschreiben, SpielerInnen für mindestens fünf Jahre unter Vertrag zu nehmen und vorzeitige Transfers verbieten.

4. Vorrunde

DHG, die USA und die EU sollten Kurden in Syrien diplomatisch, wirtschaftlich und gegebenenfalls militärisch dabei unterstützen, einen kurdischen Staat auf syrischem Territorium zu errichten.

Mit Zusatzinformationen:

Die Kurden sind eine Volksgruppe im Nahen Osten ohne eigenen Staat. Sie leben hauptsächlich in Syrien, Irak, Iran und der Türkei, wo sie bedeutende Minderheiten bilden. Sie sind häufig Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt. Dies ist einer der Gründe, weshalb es schon lange kurdische Unabhängigkeitsbestrebungen gibt, welche sich auch terroristischer Methoden bedienen. In Syrien kämpften kurdische Milizen unterstützt von den USA gegen den IS und gegen die syrischen Streitkräfte unter Bashar al-Assad. Nach dem Rückzug der USA aus Nordsyrien trieb die türkische Invasion die meisten Kurden dazu, sich mit Assad zu arrangieren.

5. Vorrunde

DHW in Bildungssystemen der Entwicklung von intellektuellen Fähigkeiten und Wissen weniger Zeit einräumen und dafür der Ausbildung von sozialem Verhalten mehr, sodass beiden Aspekten gleich viel Zeit zukommt.

Halbfinale

DH bereut die Ausweitung des globalen Freihandels seit den siebziger Jahren.

Finale

DH bevorzugt kollektivistische Gesellschaften gegenüber individualistischen Gesellschaften.

Mit Zusatzinformationen:

In kollektivistischen Gesellschaften werden die Interessen des Individuums den Interessen der Gemeinschaft untergeordnet. Im Gegensatz dazu stehen individualistische Gesellschaften, in welchen das Individuum und seine Selbstentfaltung im Mittelpunkt steht.